COLLEGIUM  MUSICUM  LUDWIGSHAFEN

 

Orchester  der  BASF-Mitarbeiter        seit  1980

Unser Dirigent

Robert Weis-Banaszczyk

WeisDer junge Kontrabassist und Dirigent Robert Weis-Banaszczyk (*1992 in Heilbronn, aufgewachsen in Danzig) studiert seit 2011 Schulmusik, zunächst an der Musikhochschule Stuttgart, wo er u.a. sein Hauptfach Kontrabass (Klassik) bei Prof. Mini Schulz mit der Bestnote abschloss. Seit 2015 setzt er dieses Studium an der Musikhochschule Mannheim mit dem Schwerpunkt Musikpädagogik (Prof. Martina Benz) und dem Leistungsfach Dirigieren fort. Er ist Dirigierschüler von Pavel Baleff, dem Chefdirigenten der Philharmonie Baden-Baden, und erhält Unterricht in Chorleitung und -akustik bei Prof. Harald Jers.

Als Kontrabassist ist er in vielen Bereichen tätig: Seit einigen Jahren ist er festes Mitglied des Heilbronner Sinfonie Orchesters, zudem hilft er regelmäßig in Orchestern wie der Philharmonie Baden-Baden, der KammerphilharmonieMannheim oder der Sinfonietta Tübingen aus, seit 2012 ist er Kontrabassist im Bodensee- Kammerorchester.            

Außerdem engagiert er sich viel im Jugendbereich, ist Mitglied der Jungen Orchester Akademie der Region Franken und unterrichtet seit einigen Jahren an der Musikschule Unterer Neckar Kontrabass und im Bereich Ensemblearbeit. Im Bereich der sinfonischen Blasmusik ist er in Süddeutschland hochgefragt als Kontrabassist und Dozent, u.a. bei der Bläserphilharmonie Heilbronn, dem Sinfonischen Jugendblasorchester Karlsruhe und der Stadtkapelle Kirchheim unter Teck. Er wurde von diesen Orchestern auch für nationale und internationale Wettbewerbe engagiert, bspw. das Deutsche Musikfest oder das internationale Festival Flicorno d’Oro in Riva del Garda. Daneben singt er als Tenor im preisgekrönten Kammerchor der Musikhochschule Mannheim (Leitung: Prof. Harald Jers).

Erste Dirigiererfahrungen errang der Abiturient des Robert-Mayer-Gymnasiums in seiner Schulzeit durch die Leitung der Orchester des Mönchsee-Gymnasiums Heilbronn 2009-2010 sowie einzelner Projekte an seiner eigenen Schule. Seit 2009 erhielt er viele Jahre lang Dirigierunterricht bei Michael Böttcher, von dem er nachhaltig geprägt wurde. Neben seinem derzeitigen Unterricht bildet er sich durch Hospitationen in Profiorchestern sowie durch Teilnahme an Meisterkursen fort.

Robert Weis-Banaszczyk ist seit 2014 sowohl Dirigent des sinfonischen Blasorchesters des TSV Höchstberg, als auch des Kammerorchesters Ludwigsburg an der Auferstehungskirche. Aus einem Auftritt bei der Robert-Bosch-Stiftung und der Baden-Württemberg- Stiftung 2012, die ihn jahrelang als Stipendiaten führten (heute in der Alumniförderung), gründete sich das aus baden-württembergischen Musikstudierenden bestehende EGO Kammerorchester, das er organisiert und leitet. Mit diesem führte er bspw. in Kooperation mit der Hochschule der Medien Stuttgart eine professionelle CD-Aufnahme durch.

Seit 2011 ist er bereits Dirigierassisstent beim Orchesterverein Öhringen und übernahm dort viele Orchestereinstudierungen, wie Beethovens Neunte und Bachs Weihnachtsoratorium. 2016 sprang er als Dirigent für den kurzfristig ausgefallenen Komponisten Sigmund Schmidt beim Sonderkonzert der Landesgartenschau Öhringen ein und dirigierte dort die Uraufführungen des Komponisten in der Öhringer Stiftskirche.

Seit seiner Gründung im Jahr 2015 führt er regelmäßig Projekte mit dem Sinfonischen Orchester Klangattacke (Heilbronn) durch. In diesem Rahmen kann er auch mit international renommierten Solisten wie Kira Kraftzoff (Rastrelli Cello Quartett) oder dem Boulanger Trio (Berlin) zusammenarbeiten. 

Ende des Jahres 2016 wurde Robert Weis-Banaszczyk zum neuen Dirigenten des Sinfonieorchesters der BASF-Mitarbeiter, dem Collegium Musicum Ludwigshafen, gewählt.

Porträt

Helfe den Musikern, das Beste aus sich herauszuholen

Robert Weis-Banaszczyk neuer Dirigent beim Collegium Musicum in Ludwigshafen – Liebhaberorchester morgen in der Friedenskirche

Von Gereon Hoffmann, Die Rheinpfalz,  29.4.2017

 

Das Konzert des Collegium Musicum am Sonntag ist der erste gemeinsame Auftritt mit dem neuen Dirigenten Robert Weis-Banaszczyk. „Von Mythen und Märchen“ nennt er das Programm, das er dafür ausgewählt hat. Seit Jahresbeginn führt er den Taktstock bei dem Liebhaberorchester mit Musikern aus Ludwigshafen und der Region.

Der Weg nach Ludwigshafen ist für den jungen Dirigenten nicht weit – derzeit studiert er noch an der Musikhochschule in Mannheim die Fächer Musikpädagogik und Dirigieren. Sein Instrument ist der Kontrabass, dessen Studium er mit Auszeichnung abgeschlossen hat. Weis-Banaszczyk ist 1992 in Heilbronn geboren. Aufgewachsen ist er in Danzig, sein Musikstudium begann er 2011 in Stuttgart.Das Dirigat beim Collegium Musicum war ausgeschrieben, die Stelle sei auf den Webseiten des Bundes Deutscher Liebhaberorchester beworben worden. „Ich habe mir das Repertoire und die bisherigen Konzerte angesehen und festgestellt, dass mir das liegt“, sagt Weis-Banaszczyk. Die Besetzung entspreche der einer Kammerphilharmonie mit einer starken Bläsergruppe. Dazu passe ein Repertoire, das im Übergang von Wiener Klassik zur Frühromantik angesiedelt ist – und das sei ein Bereich, der ihm selber besonders gut liege.

Weis-Banaszczyk bewarb sich und wurde zusammen mit fünf weiteren Kandidaten zum Probedirigieren und Gespräch eingeladen. Am Ende wählten ihn die Musiker einstimmig zu ihrem neuen musikalischen Leiter, sagt Orchester-Sprecherin Marion von Brockhausen.

Von der Arbeit mit dem Collegium Musicum ist Weis-Banaszczyk sehr angetan. „Jeder der Musiker ist sehr engagiert, und alle bemühen sich Erklärungen und Anweisungen genau umzusetzen“, sagt der Dirigent. Das Orchester habe ein sehr gutes Niveau. Die Arbeit mit Laien macht Weis-Banaszczyk viel Freude. „Ich möchte die Musiker darin unterstützen, das Beste aus sich herauszuholen“, erklärt er.

Im Unterschied zu Profimusikern könne man hier kein Konzertprogramm in zwei Wochen erarbeiten. Aber dafür können Dirigent und Musiker sich intensiv mit Werken befassen und Details erarbeiten – was auch dem Profi Spaß macht: „Ich kann die Stücke mit dem Orchester zusammen neu entdecken.“ Eine Stärke des Collegium Musicum sei die konstant stabile Besetzung. „Alle hören aufeinander, und so beginnen die Stücke schon recht schnell zu klingen.“ Weitere Mitspieler seien aber durchaus willkommen, insbesondere Streicher könne man noch brauchen, sagt Weis-Banaszczyk.

Das Collegium Musicum geht zurück auf ein 1913 gegründetes Mitarbeiterorchester der BASF. Seit 2002 ist das Ensemble ein unabhängiges Liebhaberorchester in Form eines Vereins.
Trotz seiner Jugend hat der neue Dirigent schon viel Erfahrung. Bereits während seiner Schulzeit dirigierte Weis-Banaszczyk Schulorchester und nahm Unterricht im Dirigieren. Auch während seines Studium leitete der Musiker weitere Ensembles, darunter das sinfonische Blasorchester in Höchstberg und das Kammerorchester an der Auferstehungskirche in Ludwigsburg.

Für das Konzert am Sonntag konnte Weis-Banaszczyk den Pianisten Sven Bauer als Solisten gewinnen. Er wird Beethovens Klavierkonzert Nr. 4, G-Dur, spielen. Das Werk passe ins Programm, weil es selbst zu einem Mythos geworden sei. Es stehe für den Übergang zur Romantik und die Entwicklung vom Solokonzert zu sinfonischen Konzerten. Des Werk stehe auch für einen neuen Aspekt im Repertoire des Collegium Musicum.

Eröffnet wird das Programm von der Konzertouvertüre „Das Märchen von der schönen Melusine“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Es geht um eine Nixe, die einen Ritter heiratet, der ihre wahre Herkunft nicht erfahren darf. Antonin Dvoraks Tschechische Suite D-Dur (op. 39) beginnt mit einem idyllischen Pastorale, dann folgen verschiedene von der Volksmusik inspirierte Tänze.