COLLEGIUM  MUSICUM  LUDWIGSHAFEN

 

Orchester  der  BASF-Mitarbeiter        seit  1980

Eindeutig positiv

Collegium Musicum erstmals mit neuem Dirigenten

Frischer Wind beim Collegium Musicum Ludwigshafen. Das erste Konzert unter seinem neuen Leiter Robert Weis-Banaszczyk hat das Orchester in der Friedenskirche bestritten. Das Motto „Von Mythen und Märchen“ war eine Anspielung auf das Auftaktstück, Mendelssohns Ouvertüre „Die schöne Melusine“. Das weitere Programm: Dvoraks Tschechische Suite und Beethovens viertes Klavierkonzert in G-Dur mit Sven Bauer als Solisten.

Robert Weis-Banaszczyk trat zum Jahresbeginn die Nachfolge Gerhard Kochs an, der das aus dem 1913 gegründeten BASF-Mitarbeiter-Orchester hervorgegangene Collegium 14 Jahre lang dirigiert hatte. Sein erster Auftritt am Pult seines neuen Orchesters hinterließ einen eindeutig positiven Eindruck.

Bei seinem Debüt setzte der 1992 in Heilbronn geborene, in Danzig aufgewachsene junge Dirigent auf ein ausgesprochen anspruchsvolles Programm, welches das Orchester stark forderte. Im Konzert erwies er sich dann als gezielt disponierender, geistesgegenwärtiger und dynamischer Orchesterleiter.

Mit flüssiger und klarer Dirigiergestik führte Weis-Banaszczyk das Collegium überlegen, sorgte für reibungslose Abläufe und zeigte sich zudem auch um Ausdruck, Differenzierung, klangliches Gleichgewicht und Einzelheiten der Phrasierung und Akzentuierung bemüht.

Unbedingt für Weis-Banaszczyks dirigentische Kompetenz sprach seine Sicherheit bei der Begleitung von Beethovens Klavierkonzert, die schlagfertige Art, auf die er das Orchester bei den alles andere als unheiklen Einsätzen (Kadenzen im Finale!) immer fest in der Hand hatte.

Die Kommunikation zwischen ihm und den offenkundig willig folgenden Musikern, bei denen es sich überwiegend um Laien handelt, klappte weitgehend störungsfrei, die Herausforderung des anspruchsvollen Programms wurde bestanden. Gespielt wurde durchaus gepflegt; für die Aufführung sprachen bei Mendelssohn die tönenden Märchen- und Naturbilder, bei Dvorak die stimmungsvolle Darbietung der beschwingten, folkloristisch angehauchten Komposition.

Last not least der Solist. Sven Bauer, Sieger und Preisträger zahlreicher Wettbewerbe, präsentierte Beethovens G-Dur-Konzert sowohl spielerisch als auch musikalisch durchweg überlegen, mit sehr entschlossenem Zugriff und intensive konzertante Dialoge führend mit dem Collegium. Ein weniger harter, etwas flexibler Anschlag wäre stellenweise allerdings vorstellbar gewesen.

Hörbeispiele